März 2017

01. März 2017

Närrische Zeiten

In der Kirchenzeitung „Tag des Herrn“ vom 19. Februar 2017 heißt es auf einer der Seiten des Erzbistums Berlin „Hoher Besuch beim Karneval in Spandau“. Dann wird die beschrieben, dass Erzbischof Heiner Koch zur karnevalistischen Prunksitzung der Karnevalsfreunde St. Marien war. Auf dem Bild daneben sieht man unseren Erzbischof im karnevalistischen Ornat.

Ob der Erzbischof zufällig Zeit hatte, vielleicht weil ein Termin ausgefallen war? Unwahrscheinlich. Auf der ersten Seite dieser Ausgabe der Kirchenzeitung lese ich, dass er um 11:11 den Berliner Karnevalzug gesegnet hat; außerdem, dass er seit 2007 „Regimentsbischof“ der Kölner Prinzengarde ist. Der Mann macht das bewusst!

Der Bischof im Narrengewand, genauso wie hier in der Gemeinde so manche bei „Wizard Wonder World“. Einerseits ist das alles ein großer Spaß. Man könnte meinen, das sei es dann auch schon gewesen. Vielleicht aber doch nicht.

Vielleicht sind diese Tage vor Aschermittwoch gut dazu, uns ein Wesentliches vor Augen zu stellen. „Man muss kein Narr sein, aber es erleichtert manches!“ – vernarrt in Gott und seine Kirche zu sein, lässt beim Wesentlichen bleiben. Da hängen wir uns vielleicht nicht so in die irdischen Unzulänglichkeiten des Gottesvolkes hinein, sondern behalten im Blick, wie unermüdlich Gott und sein Volk zusammenkommen und zusammenwirken.

Es bleibt stets eine Spur närrisch, wer es macht wie Jesus, in Gedanken und Worten und Werken. Also ist es gut, mal wieder Narr oder Närrin zu sein und sich so dann leichter hinter Jesus her aufzumachen, meint

Ihr Frank Hoffmann, Pfarrer und Propst