Die Entstehung unserer Kirche St. Joseph in Greifswald

„Zum Andenken an das Priesterjubiläum Papst Pius IX. am 11. April 1869“

Noch heute ist dieser Satz auf Latein über dem Eingang unserer Kirche St. Joseph direkt unter der Figur ihres Schutzpatrons zu lesen und das nicht ohne Grund: Schon 1868 rief die Katholikenversammlung in Bamberg dazu auf, das 50-jährige Priesterjubiläum von Papst Pius IX eben 1869 würdig zu feiern.

Im Rheinischen Volksblatt wurden die Katholiken deshalb gebeten für arme Mitglieder in der Diaspora den so genannten Piuspfennig zu sammeln. In derselben Ausgabe vom 1. Januar 1869 berichtete der damalige Pfarrer von Greifswald Josef Priesnitz über die Notwendigkeit eines Kirchenneubaus in der Universitätsstadt. Das neue Gotteshaus sollte direkt gegenüber vom Pfarrhaus auf einem Grundstück entstehen, das die Gemeinde am 17.12.1868 geschenkt bekommen hatte. Katholische Studenten aus Deutschland, Luxemburg, Innsbruck und Wien sammelten daraufhin Geld, um den Bau einer Piuskirche in Greifswald zu Ehren des Papstes zu verwirklichen.

Schon am 10. April 1869 erfolgte die Grundsteinlegung und nach Bauende wurde die nach Plänen des Aachener Architekten H. Schneider erbaute Kirche am 15. November 1871 benediziert. Zwar auf den Namen des Heiligen Joseph geweiht, behielt die Greifswalder Kirche noch lange den Beinamen Pius-Kirche. Die Konsekration der Kirche erfolgte jedoch erst am 1. Mai 1932 durch Bischof Christian Schreiber, dem ersten Bischof des am 13. August 1930 offiziell errichteten Erzbistums Berlin.