24. August 2014

FREI - Darum ist es erlaubt, Gutes zu tun

Alle vier Jahre findet die große Ministrantenwallfahrt nach Rom statt. 50.000 deutsche Minis, davon 15 aus unserer Gemeinde, machten sich auch diesen Sommer wieder auf den Weg in die ewige Stadt.

Am Samstag, den 3. August um 6.45 Uhr(!), packten wir unseren Reisebus voll und ließen noch einmal neidische Blicke über uns ergehen. Mit 13 anderen Minis aus unserem Dekanat fuhren wir dann erst mal nach Berlin. Dort feierten wir in der Jugendkirche St. Michael die Hl. Messe mit anschließendem Reisesegen. Die restlichen 63 Messdiener aus unserem Bistum verteilten sich nun auf zwei Busse, und mit etwas Verspätung fuhren wir los. Und wir fuhren...und fuhren…und standen im Stau. 27 Stunden nach unserer Abfahrt aus Greifswald erreichten wir am Montag endlich unseren Campingplatz. Dieser wirkte zu unserer großen Freude recht luxuriös: So war jedes Zelt großzügig mit Küche, elektrischer Beleuchtung und Betten ausgestattet. Auch mehrere kühle Pools trugen zur allgemeinen Aufmunterung bei.

Um jeden Tag in Italien gut auszunutzen, fuhren wir nach einem leckeren Mittagessen gleich in die Stadt Rom. Nach einer halben Stunde erreichten wir die prächtige römische Bischofskirche „San Giovanni in Laterano“. Durch die gute Organisation unseres Kaplans konnte unser Erzbistum an einem der „Nebenaltäre“ sogar eine eigene Messe mit acht Priestern feiern. Das Ministrieren in dieser Basilika war für die Oberministranten ein weiterer großer Höhepunkt. Später durften sich dann kleinere Gruppen selbständig durch Rom bewegen. Da gab es im näheren Umkreis etwa die Hl. Stiege und das antike Baptisterium, aber auch die Spanische Treppe und den Trevi- Brunnen zu sehen.

Am Dienstagmorgen feierten wir, an ihrem Weihetag, mit hunderten von Menschen das Pontifikalamt in der Kirche „Santa Maria Maggiore“. Bis zur Papstaudienz blieben uns noch einige Stunden, in denen wir beispielsweise das 2000 Jahre alte Pantheon besichtigten. Vor dem Petersplatz mussten wir ziemlich lange anstehen, aber letztlich lohnten sich die Hitze und das Gedrängel, zumal wir dann, und nur einige Meter von Papst Franziskus entfernt, mit fast so vielen Messdienern die Vesper beteten, wie Greifswald Einwohner hat. Die Homilie vom Hl. Vater in deutscher Sprache, eine berührende Minute des Schweigens tausender Menschen, das gemeinsame Singen und Beten- all dies, ließ die Papstaudienz zu einem unvergesslichen Moment werden. Am Ende durfte Kaplan Butschak, stellvertretend für das Berliner Erzbistum, Papa Francesco die Hand reichen.

Am Mittwochmorgen feierten die Frühaufsteher unter uns eine Hl. Messe am Hauptaltar von San Clemente. Bis zur Abfahrt in die Domitilla-Katakomben konnte das Programm wieder individuell gestaltet werden. Von dort gingen wir einen Wallfahrtsweg zu St. Paul vor den Mauern. In dieser großartigen Kirche bewunderten wir auch die Porträts der Päpste, von Petrus bis Franziskus. Das offizielle „Blind Date“ zwischen verschiedenen Bistümern in der Stadt Rom verpassten wir leider, dafür lernten wir Berliner uns untereinander besser kennen. Schwester Theresia, die an diesem Tag Geburtstag hatte, überraschten wir Greifswalder mit einem kleinen Geschenk, das wir mit den herzlichsten Segenswünschen überreichten.

Auch am Donnerstag fuhren wir wieder zum Petersplatz, diesmal um den Petersdom und auch das Grab des Hl. Apostels zu besuchen. Einige brachten auch die Geduld auf, sich für die Peterskuppel anzustellen. Nachmittags war die Besichtigung des Stadtteils Trastevere geplant. Dort besuchten wir die Gemeinschaft Sant’Egidio, mit der wir am Abend in der ältesten Marienkirche Roms, „Santa Maria in Trastevere“, gemeinsam beteten. Den Abschluss bildete eine Schaumparty auf dem Zeltplatz.

Freitag war Abreisetag des Erzbistums Berlin. 23 Stunden später (-nach Hause geht es eben immer schneller-), am Samstagmittag, kamen wir in Greifswald an. Wieder ist eine tolle Romwallfahrt zu Ende gegangen, aber das Gefühl der Gemeinschaft und Verbundenheit werden wir mit in unseren Alltag nehmen können.

Schwester Theresia und Kaplan Butschak, wir danken Ihnen noch einmal ganz herzlich für Ihr unermüdliches Engagement und Ihre Organisation, die diese Fahrt zu einem einmalig wundervollen Erlebnis werden ließ.

Elisabeth Ott

 

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